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Sponsoring Malchinger Fußball Kids

Die Firma SNTL Koordinationssysteme hat im Jahr 2008 für die Jugend Fußballmanschaft (Mädchen) einen kompletten Trikotsatz gesponsort.

Info Koordinationstraining

Sport- und

Therapiekreisel

im

Gesundheitstraining

 

 

Verfasser:

Norbert Schrimpf

A- Trainer DOSB

                                                                                          

 

 

 

 

1.      Zur Geschichte des Sports

„Sport ist so alt wie die Menschheit selbst. Der Sport hat seine Wurzeln im Bewegungsdrang und im Spieltrieb“, schrieb Julius Bohus 1986 in seinem Buch über die Sportgeschichte.

In unserem, wie in zurückliegenden Jahrhunderten, bekam dieses Bemühen, den Körper fit zu halten immer wieder einen anderen Namen, wie beispiels-weise „Leibeserziehung“ oder „Leibeskultur“.

Vergleichen wir die Motive für das Ziel körperlicher Ertüchtigung in verschie-denen Epochen von etwa 1200 vor Christus bis ins Jahr 2000 nach Christus, so haben diese sich geändert.

Damals diente die Leibeskultur oder körperliche Ertüchtigung ausschließlich der Jagd, den Wettkämpfen untereinander oder dem Training für Schlachten und Kriege. Heute liegt der Sinn der Leibeskultur mehr darin, sportliche Erfolge zu erringen, Fehlentwicklungen und Bewegungsdefizite Heranwachsender zu begegnen, körperliche Fitness als Alltags- oder Arbeitsausgleich zu erzielen, aber auch, um schon vorhandene Erkrankungen bei Menschen jeden Alters zu heilen oder wenigstens zu lindern.

In nahezu jeder Epoche versuchten die Menschen durch koordinative Fitness zu mehr und immer größeren Leistungen fähig zu sein. Für die Frühform der Olympischen Spiele schulte man die Koordination schon bei den alten Griechen. Aus der mykenischen Epoche sind Übungen mit Baumstämmen auf wackeligem Untergrund, mit halb runden Steinen oder auch auf extra geglätteten Hölzern in Form von einem Schwebebalken überliefert. Man wollte die sieben wichtigsten koordinativen Fähigkeiten schulen und bestmöglich beherrschen.

Reaktionsfähigkeit, die es möglich macht, zweckmäßige Bewegungen auf ein Signal hin schnell einzuleiten und auszuführen.

Gleichgewichtsfähigkeit, um den Körper im Stand, während und nach Bewegungen in der Balance zu halten oder diese wieder herzustellen.

Orientierungsfähigkeit, um Lage und Bewegung des Körpers in Raum und Zeit zu bestimmen und zu verändern, d.h. die Bewegungen raum-zeit-orientiert zu steuern.

Kopplungsfähigkeit, mit deren Hilfe man zur Lösung einer Bewegungs-aufgabe zu Teilkörperbewegungen gelangt und Einzelbewegungen zu einer Gesamtkörperbewegung verbindet.

Differenzierungsfähigkeit, die es erlaubt, im gesamten Bewegungsvollzug eine hohe Genauigkeit und Feinabstimmung einzelner Teilkörperbewegungen und Bewegungsphasen zu erreichen. Hierzu zählt auch die Geschicklichkeit als Fähigkeit der Feinkoordination von Fuß-, Hand- und Kopfbewegungen.

Rhythmisierungsfähigkeit, als die Fähigkeit, den charakteristischen, dynamischen Verlauf einer Bewegung zu erfassen und nachzuvollziehen.

Umstellungsfähigkeit, um eine Handlung bei Veränderung der Situation den neuen Gegebenheiten anzupassen oder die Handlung in veränderter Weise fortzusetzen.

Im heutigen Zeitalter, geprägt von Hektik und wachsender Bevölkerungsdichte, vor allem in Ballungszentren, bleibt für die Schulung solcher Fähigkeiten nur noch wenig Zeit. Gerade für sitzende und sehr einseitig belastende Berufe empfiehlt sich die Schulung der Koordination. Zeitgemäßen Ausgleich zu schaffen ist nicht einfach. Ein Weg weist der Sport- und Therapiekreisel.

 

2.      Herstellung eines Sport- und Therapiekreisels

Gefertigt werden sie aus hartem Buchenholz durch die Hand des Schreiners. Mit Hilfe einer Drechselbank entstehen Halbkugeln in verschiedenen Größen und Durchmessern. Ein circa zwei Zentimeter starker Teller aus mehrfach verleimten Holz wird mit der Bandsäge ausgeschnitten, mit Holzdübeln und Leim der glatten Seite der Halbkugel angepasst. So entstehen aus Natur-produkten langlebige, koordinative Trainingsgeräte.

 

3.      Was verstehen wir unter koordinativ?

Koordination auf dem Kreisel zu trainieren heißt, das Zusammenspiel zwischen synergetisch arbeiteten Muskeln auf der einen Seite des Gelenkes und dem Gegenspieler (Antagonist) auf der anderen Seite des Gelenkes zu verbessern. Koordination ist eine der wichtigsten Funktionen des motorischen Nerven-systems.

Dieses geniale Zusammenwirken von steuernden Befehlen, Nervenleitungen und Muskeln bezeichnet man als Koordination.

Durch den sinnvoll koordinativen Einsatz verschiedenster Muskeln und Muskelgruppen lassen sich

-         die schwierigsten sportlichen Bewegungen,

-         die anspruchsvollsten Bewegungen im Alltag oder bei der Arbeit

spielerisch oder präzise kontrolliert bewältigen.

Vereinfacht kann man sich das so vorstellen, dass z.B. der zweiköpfige Armbeugemuskel beim Beugen den dreiköpfigen Armstreckmuskel als Gegenspieler hat und von ihm gebremst wird. Eine bestimmte Bewegung wird also in ihrer Geschwindigkeit, ihrer Stärke und ihrer Richtung wesentlich durch die mehr oder weniger gut koordinierte Bremswirkung auch derjenigen Muskeln bestimmt, die diese Bewegung selbst gar nicht ausführen, sondern nur als Gegenspieler (Antagonist) daran beteiligt sind.

Dabei wird eine Bewegung oder ein Bewegungsablauf flüssiger, eleganter und leichter, je weniger sie durch die Bremswirkung der gegenspielenden Muskel-gruppen behindert wird, desto besser die Koordination zwischen Synergisten und Antagonisten funktioniert. Wie jeder Sportler von sich selber weiß, ist am Anfang eines neu erlernten Bewegungsablaufes, dieser ziemlich anstrengend. Hat man ihn öfter einstudiert bzw. geübt, so wird er immer leichter, die Koordination verbessert sich.

Das liegt daran, dass das motorische Nervensystem einen bestimmten Trainingszeitraum benötigt, um herauszufinden, durch welche optimale Kombination und Koordination der Muskeln, sich diese neue Bewegung am besten bewerkstelligen lässt. Zusammengefasst bedeutet dies, je schneller und genauer der beanspruchte Muskel eine Bewegung ausführt und je weniger der gegenspielende Muskel dabei bremst, desto leichter fällt die Bewegung (Übung) und desto besser ist die Koordination.

Um im Gesundheitstraining präventiv zu arbeiten, empfiehlt es sich, gerade für Anhänger der verschiedensten Ballsportarten und den daraus immer wieder entstehenden Verletzungen, koordinativ zu trainieren.

Einige Tests der unteren Extremitäten verdeutlichen dies.

 

4.                 Zu den Tests für die unteren Extremitäten

Äußere Stabilisatoren im Fußbereich sind vor allem auf der lateralen (äußeren) Seite sinnvoll, um den Fuß vor Supinationstraumen (zum Körper hin eindrehen, Unfallfolgen) zu schützen. Verletzungen, die so zustande kommen, werden häufig mit unkontrollierten Landungen und unkontrollierten Seitwärts-bewegungen in Verbindung gebracht.

Getestet wurde:

-                die Vorfußlandung

-                die Fersenlandung

-                die Seitwärtsbewegung mit Schuhen

-                die Seitwärtsbewegung ohne Schuhe (barfuß)

Testausführende Personen waren verschiedene Doktoren und ihre Mitarbeiter.

Die Stabilität in seitlicher Richtung ist besonders wichtig bei (Hallen-) Sport-arten, wie im Tennis, Volleyball, Fußball. Bei diesen ist die Verletzungs-häufigkeit an den Sprunggelenken relativ hoch (Anteil von 20-30 %).

 

5.      Zielsetzung dieser Arbeit

Das Ziel der vorliegenden Arbeit war, die möglichen Ursachen der Instabilität an den Sprunggelenken und die Wirkung äußerer Stabilitationshilfen zu diskutieren.

In mehreren Untersuchungen wurde anhand von Videoanalysen die Stabilität an den Sprunggelenken in sportlicher Bewegung zum einen barfuß und zum anderen in verschiedenen Schuhen erfasst.

Im wesentlichen stellte sich heraus, dass Stabilität und Blockierung nicht gleich-gesetzt werden können. Letzteres beeinträchtigt nicht nur die Bewegungs-freiheit des Fußes an den Sprunggelenken, sondern kann anderenorts große, innere Kräfte freisetzen.

Unter einer dynamischen Stabiltät an den Sprunggelenken wird ein geregeltes Kontrollieren der Bewegungsexkursion (Bewegungsbereich) verstanden. Um diese Ursachen zu lindern, empfiehlt es sich, koordinativ zu trainieren.

 

6.         Eingrenzung auf ein Testbeispiel

Fußball, die populärste Sportart der Welt. Ein Großteil der akuten, wie auch der wiederkehrenden Verletzungen beim Fußballspielen betrifft das obere Sprunggelenk. Der relative Anteil dieser Verletzungen liegt mit 23,3 % hinter denen bei Badminton, Volleyball, Basketball, Squash und Tennis. Besonders bei Leistungs- und Berufsspielern finden sich häufig Spornbildungen und Exostosen (höckerige und spornartige Knochenvorsprünge) an Fuß- und Sprunggelenk, die anfangs sehr klein sind, aber bei weiterer Überlastung wachsen und zu funktioneller Behinderung mit schmerzhafter Bewegungs-einschränkung und chronischer Schwellung führen können. Chronische Instabilität im Sprunggelenk spielt hierbei oft eine Rolle. Eine Untersuchung unseres Krankengutes an Sprunggelenksoperationen bei Fußballspielern soll Aufschluss über mögliche Zusammenhänge und Krankheitsbildern geben.

 

6.1.           Ergebnisse der Untersuchung

Von insgesamt 374 im Zeitraum 1989-1992 behandelten Fußballspielern mit Verletzungen am oberen Sprunggelenk wurden 49 operiert, die neben einer Instabilität, radiologische Zeichen im Sinne eines Fußballer-Sprunggelenkes aufwiesen. Vierzig dieser Patienten konnten nach untersucht werden. Bei ihnen wurden 16 fibulare Bandrevesionen (wiederherstellbare Bandnaht am Wadenbein) unter direkter Raffung des Gewebes und 19 plastische Rekonstruktionen (Wiederherstellungen) durchgeführt. 15x am Talushals, 12x im Wadenbein, 3x im inneren Bandapparat. Die Nachuntersuchungen nach durchschnittlich 25,6 Monaten ergaben stabile Bandverhältnisse bei allen Patienten. 7x belastungsabhängige lokale Restbeschwerden und 6x endgradige Bewegungseinschränkung. Die sportliche Aktivität konnte bei 25 Patienten gebessert und bei 11 beibehalten werden.

 

 

6.2.           Daraus resultierende Empfehlungen

Bei der Sportausübung ist auf angemessenen Schutzwert zu achten! Eventuell werden Schutzvorrichtungen, wie etwa Absatzerhöhungen nötig. Prophylak-tisches (vorbeugendes) Taping kann den Plantarflexions- (Beugung in Richtung Fußsohle) Supinations- (zum Körper hin) Mechanismus trennen, schränkt aber natürlich zugleich die optimale Beweglichkeit ein.

Zum propriozeptiven (Wahrnehmung und Kontrolle) Training sollte der Patient zu Balanceübungen auf dem Therapiekreisel angeleitet werden. Stabilo-metrische Messungen zeigten eindeutige Verbesserungen. Auch hier zeigte sich wieder, dass ein Training mit dem Therapiekreisel sinnvoll ist. Weitere Tests bewiesen es.

 

7.          Zur Sprunggelenksinstabilität

Das propriozeptive Training zur Verbesserung der Sprunggelenksstabilität wurde zuerst von Freeman empfohlen, der 1965 auf den Begriff der funk-tionellen Sprunggelenksinstabilität hinwies. Seit dieser Zeit wurde der früheren Mobilisation nach Sprunggelenksverletzungen als auch dem propriozeptiven Training bei akuten und chronischen Sprunggelenksbeschwerden zunehmend Interesse geschenkt. Akute Sprunggelenks-Distorsionen (Stauchung) führen in 20-30% zu chronischen Beschwerden. Bosien und Mitarbeiter wiesen eine Schwäche der peronealen (Muskelgruppe des Unterschenkels) Muskulatur als Hinweis für eine chronische Sprunggelenksinstabilität bei 22% von 133 Kolleg-Studenten nach, welche eine akute Sprunggelenksdistorsion erlitten hatten. Die residuellen (zurück-bleibenden) Symptome und Instabilität korrelierten dabei gut mit der peronealen Schwäche. Es ist bekannt, dass eine chronische, laterale Sprunggelenksinstabilität auch bestehen kann, wenn kein zurückliegendes Distorsionstrauma registriert wurde.

Das Muskeltraining der peronealen Muskulatur sowie operative Rekon-struktionen verbessern die Kontrolle der Fußstellung und die EMG-Aktivität der peronealen Muskeln. Auch bei gesunden Probanden kann das positionelle Gleichgewicht durch ein Training mit dem Fußbrett verbessert werden.

 

 

7.1.   Empfehlungen

Die chronische Sprunggelenksinstabilität ist ein Zustand, der charakterisiert ist durch häufige Sprunggelenksdistorsionen. Schwierigkeiten beim Gehen und Laufen auf unebenem Gelände sind häufig mit Schmerzen verbunden. Sprung-gelenksdistorsionen führen in 20-30 % zur chronischen Sprunggelenks-instabilität. Gestützt auf wissenschaftliche Untersuchungen wird neben den bisherigen rekonstruktiven Operationsmöglichkeiten zur Behandlung der chronischen Sprunggelenksinstabilität als auch der akuten Verletzung mehr und mehr dem propriozeptiven Training Beachtung geschenkt.

Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass die Reaktionszeit nach einer raschen Winkeländerung im Sprunggelenk, welche durch einen Falltürmechanismus ausgelöst wird, bei Patienten mit einer chronischen Sprunggelenksinstabiltät im Vergleich zu beschwerdefreien Kontrollpersonen um etwa 15 Millisekunden verlängert ist. Wir schließen daraus, dass die verzögerte, propriozeptive Reaktionsfähigkeit auf rasche Winkeländerungen im Sprunggelenk eine der möglichen Ursachen der chronischen Sprunggelenksinstabilität darstellen könnte und dass somit das propriozeptive Training in die Behandlung von akuter und chronischer Sprunggelenksinstabilität integriert werden sollte.

 

7.2.   Ergebnisse

Die Ligamente (Bänder) des menschlichen Körpers haben nicht nur ein passiv stabilisierende Funktion, sondern nach De Avila, O’Connor, Visco, Sisk und Auat auch die Existenz von Mechanorezeptor-Innercation (Messrezeptor) im Bereich des lateralen Seitenbandapparetes des Kniegelenks nachgewiesen. Auch Cooper, Mc Keon, Cossling und Ciesielski haben eine ähnliche Präsenz festgestellt.

Konradsen, Raven, Sorensen fanden in einer Studie, bei der sie in einer Lokalanästhesie einen regionalen Fußblock durchgeführt haben, dass die afferente (Nerven, die Erregung weiterleiten) Information von intakten Fußligamenten für den korrekten Lagesinn des Fußes von Bedeutung ist. Sie haben allerdings auch festgestellt, dass die Informationen des Fußes zu einem wesentlichen Teil ersetzten kann, und haben daraus geschlossen, dass diese Muskeln zu einem wesentlichen Teil verantwortlich für einen dynamischen Schutz gegen Sprunggelenksdistorsionen sind. Mit dieser Meinung stimmen sie mit den Beobachtungen von M. Johnson und C. Johnson überein. Sie propagierten, dass gut trainierte Unterschenkelmuskeln den besten Schutz gegen Sprunggelenksdistorsionen darstellen. Dieser Empfehlung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass ein Training unabdingbar ist.

 

7.3    Unfallstatistik von Sportverletzungen

Wenn man sich einmal eine Unfallstatistik ansieht, ist klar zu erkennen, dass ein Training mit dem Sport- und Therapiekreisel von Vorteil ist.

Ein Blick auf verschiedene Unfallstatistiken zeigt, dass Supinationstraumen am Sprunggelenk zu den häufigst auftretenden Sportverletzungen überhaupt zu zählen sind. Bei der Häufigkeitsverteilung von Sportverletzungen in allen Sportbereichen wird der Anteil von Sprunggelenksverletzungen mit 16 % angegeben.

Bei Oberliga-Fußballspielern der ehemaligen DDR waren Sprunggelenks-verletzungen mit 38,2 % nach Kniegelenksverletzungen (39,7 %) die zweit häufigste Verletzungsform.

Bei Verletzungen von Schweizer Handballnationalspielern an den internen Extremitäten lagen Sprunggelenksdistorsionen an erster Stelle, gefolgt von Abrissen des äußeren Bandapparates am Sprunggelenk.

Bei Handballspielern der ehemaligen DDR-Oberliga war ebenfalls der Bereich der Sprunggelenke mit 13,7 % nach Fingerverletzungen (18,8 %) die am häufigsten von Verletzungen betroffene Körperregion.

Im amerikanischen Basketball ist der prozentuale Anteil von Sprunggelenks-verletzungen mit 38 % bei männlichen und 45 % bei weiblichen Basketballspielern noch bedeutend höher angesiedelt.

 

8.      Weitere Tests in Kurzform

Eine weitere Studie basiert auf 128 Basketballunfällen. Typische Unfall-vorgangstypen sind Sprunggelenkstraumata, mit großem Vorsprung vor allen anderen Verletzungsmustern.

Dieses Projekt wurde im Landessportverband Schleswig-Holstein am 1.1.1988 begonnen. Mit Hilfe der Versicherungsabteilung des Landessportverbandes wurden alle dort gemeldeten Unfälle angeschrieben und erhielten einen 2seitigen Fragebogen. Im Erhebungsjahr 1988 sendeten von allen ange-schriebenen Sportlern 73,2 % den Bogen ausgefüllt zurück.

Betrachtet man lediglich die anzahlsmäßige Häufung, so tritt als wichtigster Unfallschwerpunkt das Sprunggelenksdistorsionstrauma mit 54,7% hervor. Gefolgt mit großem Abstand von Fingerdistorsionen durch Fangfehler (15,6 %) und Knieverdrehungstrauma (10,2 %).

Info Koordinationstraining 2

Sommer fand 1983 als Ursprung der Sprunggelenksverletzungen ein muskuläres Ungleichgewicht durch eine relative Schwäche der Peronalmuskulatur im Vergleich zum M. tibialis posterior, was besonderes bei Ermüdung zu einer verstärkten Supination und Mittel- und Vorfußeinwärtsdrehung während der Landung führt. Bezüglich des dominisierenden Sprunggelenkstraumas ist primär ein spezifisches Training der Fußpronatoren erforderlich.

Die einfachste Art des Propriozeptorentrainings der Sprunggelenke ist die Balanceübung auf einer Wippe, die jedoch nur eine Ebene der propriozeptiven Wahrnehmungsfunktionen fordert und damit auch trainiert. Effektiver sind Gleichgewichtsübungen auf einer Scheibe, die unter sich eine halbkugelförmige Unterlage als Bodenkontakt besitzt.

Analoge Übungen zum prophylaktischem Propriozeptorentraining unter krankengymnastischer Kontrolle in der Rehabilitationsphase nach einer Verletzung des Sprunggelenks bei Volleyballspielern in Form von Standübungen auf einem sogenannten „wobble board“ wurden von Purdam 1987 durchgeführt.

Entsprechende präventive Übungen sollten daher „Pflichtprogramm für jeden Sportler“ sein.

Mit dieser Studie verstärkte man die Meinung, dass zur Prävention und zur Gesunderhaltung der Sport- und Therapiekreisel sehr gut geeignet wäre.

Wenn man bedenkt, dass z.B. eine Sehne die Zugfestigkeit von 40-60 N/mm2 und Aluminium dagegen 20-40 N/mm2 (Markworth, 1983) hat und eine lange Vorgeschichte vorab gewesen sein muss, bis man sie zum Reißen bringt, lohnt es sich meiner Meinung nach schon, seinen Bandapparat, z.B. im Sprunggelenk mit dem Kreisel zu trainieren, um der Verletzung vorzubeugen.

 

9.         Das Ganzkörpertraining mit dem Kreisel

Aber auch ein Training des gesamten Muskelapparates mit dem Sport- und Therapiekreisel wäre sinnvoll.

               
       

So könnte man, z.B. für Oberschenkel und Gesäßmuskulatur Kniebeugen, Ausfallkniebeugen, Reißkniebeugen und Hocke senken trainieren.

Abb.2: Kniebeugen

 

Abb.3: Ausfallknie-beugen

 

Abb.4: Reißknie-beugen

 

Abb.5: Hocke senken

 

           
     
 

Aber auch für Bauch und Rücken gibt es Übungen, wie Bauchpresse mit einem Bein auf dem Kreisel, ebenso schräge Bauchmuskulatur mit einem Bein auf dem Kreisel oder Rumpfaufrichten mit diagonalem Arm und Beinheben mit einem Kreisel unter dem Bauch.

Abb.6: Bauch-presse

 

Abb.7: Seitliche Bauchmuskulatur

 

Abb.8: Diagonal Arm- und Bein-heben

 

Für die Brustmuskulatur könnte man Liegestützen mit beiden Händen und gestreckten Beinen oder auch in abgeschwächter Form mit knieenden Beinen auf dem Kreisel machen.

 

 

Abb.9: Liegestütz

 
 

 

 
 

Um den hinteren Schultergürtel zu trainieren, nehmen wir den Kreisel unter den Bauch und die Beine gestreckt nach hinten fest auf den Boden, mit den Armen gleichzeitig von unten nach oben. Dies könnte man noch zur Steigerung mit Gewichten trainieren.

Abb.10: Armheben
seitlich

 

Sogar statische Übungen zur besseren Entwicklung der Zwischenmuskulatur im LWS-Bereich durch einfaches Daraufsetzen und bei gestreckten Beinen einfaches Daraufsetzen und bei gestreckten Beinen die Fersen vom Boden heben, dann versuchen, den Kreisel auszubalancieren. Um die Übung zu steigern, könnte man die Augen schließen.

 
 

Abb. 11: Balanceübung

 

 

 

 

 

10.    Skelettmuskulatur

Da die meisten Tests erwiesen haben, dass Sprunggelenksverletzungen an erster Stelle der Verletzungsskala stehen, hier ein Auszug der Skelett-muskulatur des Fußes und eine Beschreibung des Unterschenkels.

Das Fußskelett wird in Fußwurzelknochen (Ossa tarsi), Mittelfußknochen (Ossa metatorsalia) und in Zehenknochen (Ossa digitorium pedis) eingeteilt.

Extension und Flexion finden zwischen dem Sprungbein (Talus) und der vom Schien- (Tibia) und Wadenbein (Fibula) gebildeten Gabel statt. Dieses Gelenk heißt oberes Sprunggelenk.

Supination (Einwärtsdrehen) und Pronation (Auswärtsdrehen) finden zwischen dem Sprungbein, dem Kahnbein und dem Fersenbein (Talus-Os naviculare calcaneus) statt. Dieses Gelenk wird auch unteres Sprunggelenk genannt.

Supination und Pronation finden gleichzeitig an mehreren Gelenkflächen, die das untere Sprunggelenk bilden, statt. Die Bewegung im oberen bzw. im unteren Sprunggelenk sind voneinander abhängig und werden gewöhnlich von Muskeln gesteuert. Wenn die Muskeln, da sie zu schwach sind, oder nicht schnell genug reagieren, zu ausladende Bewegungen nicht verhindern können, werden die Gelenke letztlich von den Bändern des Fußes gestützt.

Die Bänder entspringen von beiden Fußknöcheln (den Maleolen) und verteilen sich flächenartig nach unten in Richtung der zu den Gelenken gehörenden Fußwurzelknochen.

Das Ligament auf der Innenseite des Fußes, das sog. Delta-Band (Lig. Deltideium) kommt also vom unteren Teil des Schienbeins (Tibia) und setzt am Fersen-, Sprung- und Kahnbein an. An der Außenseite des Fußes, d.h. vom äußeren Knöchel des Unterschenkels (Fibula) kommend, liegen drei getrennt vorlaufende Bänder. Eines geht nach vorne und setzt am Sprungbein an, ein anderes zieht nach unten zum Fersenbein und das dritte verläuft nach hinten zum Sprungbein.

Der Ursprung des inneren Bandes liegt auf der Bewegungsachse. Das Band ist daher ständig gespannt. Der Ursprung der äußeren Bänder liegt indessen unterhalb der Bewegungsachse. Daraus ergibt sich, dass das hintere Band bei angewinkelten Fuß und das vordere Band bei gestrecktem Rist gespannt ist. Bei Verletzungen können entweder Teile des Bandes oder das gesamte Band reißen. Oft hält das Ligament, stattdessen werden jedoch Teile des Fuß-knöchels ausgerissen. Um dem entgegenzuwirken, ist das Training gerade im Sprunggelenk sehr wichtig.

 

10.1.   Der Unterschenkel:

Der Wadenmuskel (M. triceps surae) stellt ein für die Elastizität beim Gehen, Springen und Laufen äußerst wichtige Muskelgruppe dar. Es besteht aus drei Teilen:

a)     dem Zwillingswadenmuskel (M. gastrocnemius) mit seinen zwei Ursprüngen an der Rückseite des Schenkelbeinknorren und

b)     dem Schollenmuskel (M. soleus), einem Plattenmuskel, der an der Rückseite des Unterschenkels entspringt. Diese drei Teile laufen in der am Fersenbein (caleaneus) ansetzenden Achillessehne zusammen.

Verkürzt die Wadenmuskulatur, so könnte der Fuß eine Stellung einnehmen, bei der die Zehen nach unten zeigen. Jene Muskeln, die an der Vorderseite des Beines zwischen Schien- und Wadenbein sitzen und den Fuß nach oben ziehen, muss in diesem Fall ständig mit erhöhter Spannung arbeiten, damit der Fuß in der Neutral-Null-Stellung gehalten werden kann.

Dieser Spannungszustand kann vor allem nach ausgiebigen Wanderungen (bergauf/bergab) nach langen Spaziergängen in unwegsamen Gelände oder nach ausgiebigen Training, z.B. Laufen, Fußball, Tennis usw. zu Schmerzen an der Vorderseite des Unterschenkels führen.

 

11.        Ermüdung

Zum sinnvollen Training im Gesundheitsbereich zählen auch noch andere Faktoren, z.B. die Ermüdung.

Hauptsächlich beim sportlichen Leistungsvollzug kann Ermüdung in unterschiedlicher Gestalt auftreten:

-                physische (= körperliche) Ermüdung als reversible Herabsetzung der Skelettmuskelfunktion

-                mentale (= geistige) Ermüdung als vorübergehendes Nachlassen der Konzentrationsfähigkeit

-                sensorische (= Sinnes) Ermüdung als vorübergehende Einschränkung der Sinneswahrnehmung

-                motorische (= Koordination) Ermüdung als vorübergehende Reduktion der Aussendung von Bewegungsimpulsen durch das Zentralnervensystem

-                motivationale (Antrieb) Ermüdung als Nachlassen der willens- bzw. gefühlsbedingten Antriebserregung für sportliche Leistungen.

Um die Ermüdungserscheinungen zu reduzieren ist es besonders wichtig, die motorische Koordination zu trainieren. Denn lässt die motorische Koordination nach, steigt das Verletzungsrisiko um ein Vielfaches.

Von mir wurden eigene Tests durchgeführt, um im Breitensport auch ein Ergebnis hinsichtlich des Kreisels zu bekommen.

 

12.    Selbstdurchgeführte Tests

Es wurden von mir 20 Personen aus dem Fitnessstudio getestet. Die Tests wurden wahllos verteilt und durchgeführt, um eine möglichst breite Gruppe an Menschen mit den verschiedensten Sportarten, unterschiedlichen Alters, Geschlechts, Größe und Gewichts anzusprechen. Auch das Verletzungsmuster spielte dabei keine große Rolle. Die Tests wurden nach der Borg-Skala ausgewertet.

 

Fragenkatalog Kreiseltraining

 

Name:

Vorname:

 

Geb.-Datum:

Alter:

 

Größe:

Gewicht:

1.

Verletzung/Beschwerden:

2.

Welche?

3.

Sportart (Schwerpunkt):

4.

Kreiselhöhe

Schwer

 

 

Mittel:

 

 

Leicht:

5.

Empfinden beim Training (Spaß):

 

Sehr viel Spaß

Viel Spaß

 

Spaß

Wenig Spaß

 

Sehr wenig Spaß

Überhaupt kein Spaß

 

Unangenehm:

 

6.

Besserung der Beschwerden:

 

Nach 1 Woche

Nach 2 Wochen

 

Nach 4 Wochen

Nach 8 Wochen

 

Keine Besserung

 

7.

Besserung der Koordination (allgemein):

 

Nach 1 Woche

Nach 2 Wochen

 

Nach 4 Wochen

Nach 8 Wochen

 

Keine Besserung

 

Info Koordinationstraining 3

13.    Zusammenfassung

Die Aussagen, Berichte und wissenschaftlichen Arbeiten verschiedenster namhaften und auch weniger bekannten Leute beweisen so würde ich sagen, doch eindeutig, dass egal in welcher Sportart ich mich betätige, das Training mit dem Sport- und Therapiekreisel von großem Nutzen des jeweiligen Trainierenden sein kann. Besonders nützlich erwies sich der Sport- und Therapiekreisel im Präventionstraining. Aber auch im Rehatraining unter Aufsicht und Anleitung eines geschulten Personals, z.B. Krankengymnast , Physiotherapeut oder Trainer hat er sich bewährt. Im Breitensport, unabhängig von Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht, ist der Sport- und Therapiekreisel vielseitig einsetzbar.

„Die Turnkunst soll die verlorengegangene Gleichmäßigkeit der menschlichen Bildung wieder herstellen, der bloßen einseitigen Vergeistigung, die wahre Leibhaftigkeit zuordnen und im gesellschaftlichen Zusammenleben den ganzen Menschen umfassen und umgreifen“ schreibt Friedrich Ludwig Jahn
(1778 – 1852), Begründer des deutschen Volksturnens in einem Zitat.

 

14.      Literatur und Abbildungsverzeichnis

Bohus J., Sportgeschichte, o.O., 1986

Hanna H., Lehrgangsunterlagen Gesundheitstrainer, München, 2000

Markworth P., Sportmedizin, Physiologische Grundlagen, o.O, 1995

Stachoff A., Stussi E.,  Sportverletzungen – Sportschäden, Georg Thieme-Verlag, Stuttgart, 7. Jahrgang, 12/1993

Laboratorium für Biomechanik, ETH Zürich, Mit Unterstützung der Expertenkommision für sportwissenschaftliche Forschung, Schweiz

Dr. Gaulrapp H., Univ.-Prof.Dr. Bernelt P., Sportverletzungen – Sportschäden, Georg-Thieme-Verlag, Stuttgar, 7. Jahrgang, 9/1993

Jerosch J., Bischof M., Sportverletzungen – Sportschäden, Georg-Thieme-Verlag, Stuttgart, 8. Jahrgang, 9/1994

Raschka C., Gläser H., Sportverletzungen – Sportschäden, Georg-Thieme-Verlag, Stuttgart, 9. Jahrgang, 9/1995

Westner L., Train-Performance-Trainingsprogramm, Fürstenfeldbruck, 1996

Wirhed R., Sport-Anatomie und Bewegungslehre, 2. Auflage, Schautauer-Verlag, Stuttgart, New York, 1988

Jahn F-L., Begründer des deutschen Volksturnens, 1778-1852

 

15.      Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 bis:       Westner L., Train Performance-Trainingsprogramm,
Abb. 11:           Fürstenfeldbruck, 1996

Zeugnisfest 2013

Wir waren dabei!

Zeugnisfest 2013 in Fürstenfeldbruck

Das diesjährige Zeugnisfest der Stadt Fürstenfeldbruck war wie erwartet gut besucht. Bei schönem Wetter haben viele Kinder das Angebot angenommen und zahlreiche Atracktionen ausprobiert.

Auch wir, die Firma SNTL waren mit unseren Koordinativen Trainingsgeräten vor Ort.

Wir hatten mit den Kindern genauso viel Spaß, wie die Kinder bei den einzelnen Übungen.

 

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